Ressourcenorientierung

Ressourcen = "Quellen", von lateinisch resurgere "hervorquellen", nennen wir Mittel, die uns in Belastungszeiten dabei unterstützen können, wieder handlungsfähig zu werden.
Wir fokussieren dabei nicht auf unsere Schwächen, (- also nicht auf das, was wir nicht so gut können-), sondern konzentrieren uns auf auf unsere Stärken, Fähigkeiten und Kompetenzen. In der ressourcenorientierten Therapie geht es darum, dass wir unsere Kompetenzen und Fähigkeiten wieder vermehrt einsetzen und ausbauen, inaktive Talente reaktivieren und das nutzen, was wir gut können und was schon gut funktioniert.
Resilienz ( von lateinisch resilire = zurückspringen, abprallen) nennt man die Fähigkeit, schwierige Lebensphasen durch die Aktivierung persönlicher und sozial vermittelter Ressourcen zu meistern und durch sie zu wachsen. Resilienz kann man lernen. So können wir z.B. auch Belastungsphasen als Anlass für unsere persönliche Entwicklung nutzen.


Imaginationstechniken

Der Ansatz der ressourcenorientierten therapeutischen Begleitung ist auf die positiven Aspekte der subjektiven Wahrnehmung gerichtet, mit der Absicht, diese zu verstärken und auszubauen.

Imaginationsfähigkeiten beinhalten unsere geistige Vorstellungskraft, über die jeder Mensch verfügt. Imaginationstechniken können dabei helfen, unsere Vorstellungskraft ganz gezielt einzusetzen, um positive Imaginationen als Gegengewicht zu den Belastungen, die wir möglicherweise erlebt haben, zu entwickeln. Für unser Gehirn macht es praktisch keinen Unterschied ob wir uns etwas lediglich im Geiste vorstellen oder ob wir tatsächlich physisch handeln, beides hinterlässt ähnliche Wahrnehmungsspuren und verknüpft dementsprechende Nervenverbindungen im Gehirn. Sportler nutzen diese Fähigkeit bereits dafür, sich mental auf physische Wettkämpfe vorzubereiten. Dadurch wird es möglich, in einen guten und stabilen Kontakt mit unseren Gefühlen und Körperempfindungen zu kommen, um dann später auch in Beziehung zu unseren belastenden Gefühlen gehen zu können. Dafür sind gute Ressourcen und eine stabile emotionale Basis die wichtigsten Voraussetzungen.




Stabilisierung

Daher liegt der Schwerpunkt einer ressourcenorientierten Begleitung auf der äußeren und inneren Stabilisierung. Es geht vornehmlich um Stärken, Kompetenzen und die Resilienz eines Menschen.


Symbolisierung von inneren Bildern und Beziehungen

Um sich selbst besser verstehen zu können, wird in der ressourcenorientierten Arbeit viel mit der Symbolisierung von inneren Bildern oder Eindrücken gearbeitet. Man kann dazu Sprache und Worte, aber auch Aufstellungsfiguren zum Symbolisieren benutzen.



Dabei wird versucht, Symbole oder Bilder für die Beziehungen in der "inneren Welt" eines Menschen zu finden, um mit den inneren Handlungssystemen arbeiten zu können. Durch die Verwendung von Figuren werden die inneren Bilder eines Systems dreidimensional erfahrbar. Innere Beziehungen und Interaktionen von Selbstanteilen lassen sich damit gegenständlich symbolisieren und sind so auf einen Blick erfassbar. Das macht es leichter die Interaktionen bestimmter Handlungssysteme besser zu begreifen und damit sich selbst besser zu verstehen.





Mit Hilfe der geistigen Vorstellungskraft kann man versuchen, entsprechend viel Kraft und Kompetenzen zu sammeln, um ein Gegengewicht zu den belastenden Erinnerungen zu schaffen und zu halten. Ziel der ressourcenorientierten Therapie ist die Integration von belastenden Erinnerungen und die Wiederherstellung der Resilienz (der psychischen Widerstandskraft) eines Menschen.


Enaktive Orientierung

Die enaktive Traumatherapie wurde von Dr. Ellert R.S. Nijenhuis entwickelt. Dr. Nijenhuis ist ein international renommierter Traumatherapeut, der auf dem Gebiet der strukturellen Dissoziation der Persönlichkeit arbeitet und gemeinsam mit seinen Kollegen Prof. Dr. Onno van der Hart und Dr. Kathy Steele durch die Theorie der Strukturellen Dissoziation der Persönlichkeit (beschrieben in: "Das verfolgte Selbst" Van der Hart, Nijenhuis, Steele) weltweit bekannt wurde.

Die Enaktive Haltung (Grundlagen dazu in Dr. Ellert R.S. Nijenhuis Buch "The Trinity of Trauma: Ignorance, Fragility and Control" erschienen bei Vandenhoeck & Ruprecht 2015; und Volume III, "Enactive Trauma Therapy", erschienen 2017) begründet eine enaktive Haltung und beruht auf der Frage, auf welche Weise wir in unserer Erfahrung der Welt Bedeutung erleben und geben. Dadurch, dass wir uns als Menschen aufeinander einstimmen und untereinander abstimmen, sind wir dazu in der Lage, gemeinsam eine Welt hervorzubringen, -während wir gleichzeitig diese Welt erschaffend erfahren. Menschen erschaffen in gemeinsamen Handlungen interagierend "ihre" Welt mit der für sie und den ihrer Gruppe angehörigen Mitmenschen spezifischen Bedeutung (sie "enacten" diese Welt und deren spezifische Bedeutung).

Unsere Erfahrung der Welt entwickelt sich aus einer Gemeinschaftshandlung mit anderen Menschen. Für diese gemeinschaftliche "Sinn-stiftende" Handlung ist es notwendig, dass wir unsere Erfahrungen, Bewegungen und Affekte koordiniieren (entweder erleben wir uns im Einklang mit anderen- oder in Dissonanz zu ihnen) um Dissonanzen auszugleichen und in Harmonie mit den anderen unserer Welt Bedeutung zu geben. Ein großer Teil dieser Einstimmung aufeinander und Abstimmung untereinander findet auf der nonverbalen Ebene statt. Es handelt sich um Gedanken und Handlungen, die sich aufeinander beziehen und sich gegenseitig ergänzen (Nachahmen und in Resonanz gehen) und das Bemühen von zwei Systemen Dissonanzen auszugleichen um einen gemeinsamen Rhytmus zu finden.

Enaktive ressourcenorientierte Begleitung


Bitte nehmen sie sich die Zeit für ein ausführliches Informations- und Aufklärungsgespräch zur enaktiven ressourcenorientierten Begleitung: zur Auftragsklärung, zum Ablauf, den Voraussetzungen und zu der Arbeit mit den Ressourcen und Imaginationstechniken.